Stufe P2 von P7 • 7P-KI-Strategie-Loop® nach Sabine Wölbl

P2 Positioning - Wie bestimme ich den KI-Reifegrad meines Unternehmens?

Wer nicht weiß, wo er steht, kann keine Richtung einschlagen. Positioning schafft strategische Klarheit über den eigenen KI-Reifegrad und die Differenzierungsmöglichkeiten.

Definition

Positioning ist die zweite Stufe des KI Strategie-Loop® nach Dr. Wölbl. Auf Basis der in P1 gewonnenen Wahrnehmungen wird die strategische Position des Unternehmens im KI-Kontext bestimmt: Wo steht die Organisation heute? Wo liegen reale Differenzierungspotenziale? Welche KI-Positionierung ist glaubwürdig und nachhaltig erreichbar? Positioning ist keine Marketingentscheidung, sondern eine Führungs- und Strategieentscheidung. Sie legt fest, mit welchem Anspruch das Unternehmen in den nächsten Zyklus geht.

Ziel der Stufe

Nach abgeschlossener Positioning-Phase liegt eine klare, ehrliche Einschätzung der eigenen KI-Reife vor. Die Geschäftsführung hat eine Entscheidung über die strategische Stoßrichtung getroffen: Wo wollen wir mit KI konkurrieren, und wo nicht?

Typische Herausforderungen

Selbstüberschätzung und Selbstunterschätzung: Beide Fehler sind häufig. Unternehmen halten sich entweder für weiter fortgeschritten oder für hoffnungsloser Nachzügler als sie es tatsächlich sind.
Fehlende Vergleichsbasis: Ohne Benchmarks ist eine Einschätzung des eigenen Reifegrads schwierig. Was ist 'gut' im Branchenvergleich?
Unklare Differenzierung: Viele Unternehmen wollen 'KI einsetzen', ohne zu definieren, wofür genau - und warum das für Kunden oder den Markt relevant ist.
Konsens in der Führung: CEO, CIO und HR beurteilen die eigene KI-Reife oft sehr unterschiedlich.

Checkliste

KI-Reifegrad der eigenen Organisation bewertet (nach einem strukturierten Modell, z.B. 7P-KI-Reifegrad-Check)
Vergleich mit Branchenstandard und relevanten Wettbewerbern durchgeführt
Klarheit über eigene Stärken und reale Differenzierungspotenziale
Strategische Stoßrichtung für den nächsten KI-Zyklus definiert
Konsens in der Führung über die eigene Positionierung hergestellt
Positionierung schriftlich dokumentiert und kommuniziert

Praxisbeispiel

Personaldienstleister, 60 Mitarbeitende
Im Positioning-Workshop stellt sich heraus: Der Geschäftsführer schätzt das Unternehmen als 'KI-affin' ein, weil einzelne Berater:innen ChatGPT nutzen. Der IT-Verantwortliche hingegen sieht eine kritische Lücke bei Datenverfügbarkeit und Datenschutz-Governance. Die ehrliche Positionierung ergibt: 'Wir sind KI-bereit in der Kommunikation, aber nicht in der Datenverarbeitung.' Diese Klarheit verhindert Fehlinvestitionen und lenkt P3 Preparation gezielt.

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